Ernährung - vom Mühlenesch

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Ciba
Ernährung

Gleichzeitig mit dem Suchen nach einem geeigneten Hund kam die Frage auf wie soll dieser ernährt werden.

Sollen wir füttern wie die  meisten Hundebesitzer? Tüte oder Beutel auf und Trockenfutter in den Napf? Viele dieser Trockenfutter haben einen hohen Anteil von Getreide und undefinierbaren  Inhaltsstoffen.

Wieder wurde das Internet befragt und schnell kamen wir auf Seiten wo das Trockenfutter für Hunde genau analysiert wurde. Beim Lesen dieser Seiten wurde uns schnell klar – das kommt für unseren Hund nicht in Frage.

Bei diesen Recherchen stießen wir auf das BARFEN.

Was bedeutet BARF?

BARF steht für Biologisch Artgerechtes Rohes Futter

Das Futter wird vom Hundehalter aus verschiedenen Komponenten z.B. Fleisch (Knochen, Sehnen, Innereien usw.), Fisch, Milchprodukte, Gemüse, Salat, Obst, Öle, Kräuter und gesunde Zusätze selber roh zusammengestellt und gefüttert.

Ist der Hund wie auch sein Vorfahr der Wolf nur ein Fleischfresser oder eher ein Beutetierfresser? Das Gebiss des Hundes (Wolfes) ist nicht dafür ausgelegt seine Nahrung mit den Zähnen zu zermahlen und zu kauen wie z.B. bei einer Kuh, sondern ausschließlich zum Fangen, Zerreißen und Zerkleinern von Beute/Fleisch. Sobald der Wolf seine Beute gejagt und getötet hat, werden als erstes die Innereien (z.B. Magen mit Inhalt) verschlungen. Danach frisst er das Fleisch, die Knochen und dann den Rest. Somit führt der Wolf seinem Körper alle lebenswichtigen Stoffe zu. Da es den meisten von uns aber nicht möglich ist seinem Hund ganze Tiere komplett zu verfüttern sollten wir aber versuchen so viel wie möglich (Fleisch, Innereien, Knochen usw.) davon dem Hund zur Verfügung zu stellen. Aus dem Fleisch das für den Hund eine sehr hohe Verwertbarkeit hat, zieht er die Nährstoffe die er für ein gesundes Leben dringend benötigt. Aber um gesund und vital zu bleiben braucht der Hund noch andere wichtige Bestandteile in seiner Nahrung. Die Fütterung mit rohem Fleisch und Gemüse/Salat ist dem Fressverhalten eines Wolfes nachempfunden.

Die Pflanzen und Beeren die er in der freien Natur zu sich nimmt kann er weder mit seinen Zähnen noch mit seinem Magen richtig verarbeiten. Dadurch dass der Wolf den Mageninhalt seiner Beute mitfrisst erhält er Obst und pflanzliche Bestandteile in einer bereits verdauten und aufgeschlossenen Form die es ihm dann ermöglicht alle wichtigen Nährstoffe daraus zu ziehen. Dadurch bekommt der Wolf eine optimale Versorgung.

Um für den Hund pflanzliche Kost verwertbar zu machen muss das Gemüse und Obst vorher zerkleinert und püriert werden um die Zellulose zu spalten denn dieses kann der Magen-Darm-Trakt eines Hundes bzw. eines Wolfes nicht. Mit der Zufuhr von Ölen ergänzen wir die Nahrung des Hundes mit wertvollen Fetten. Wollen wir den Organismus des Hundes mit zusätzlichen Mineralien stützen so füttern wir entweder Kur weise oder täglich wechselnd  natürliche Mittel wie z.B. Heilerde zu.

Durch das tägliche zusammenstellen der einzelnen Komponenten wissen wir was im Futter drin ist. Bei eventuellen Unverträglichkeiten kann man dann schnell reagieren und die Bestandteile des Futters neu zusammenstellen.

Wir wollen keine Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Geschmackstoffe sowie unerwünschte Zusatzstoffe im Futter unseres Hundes haben. Es gibt keine Faustregel fürs Barfen. Fragt man z.B. 10 Barfer so bekommt man ev. 10 verschiedene Versionen vom Barfen mitgeteilt. Jeder muss für sich entscheiden wie er seinem Hund durch diese ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ein gesundes, vitales langes Leben ermöglicht.

Wir sind so  mit dem barfen angefangen:

Erstmal passende Lektüre zum Thema Barfen gekauft.
Hier können wir jedem wärmstens folgende Bücher empfehlen: B.A.R.F Biologisch Artgerechtes Rohes Futter (Welpen) von Swanie Simon (z.B. Futterplanberechnung) und B.A.R.F Junior Artgerechte Rohernährung f. Welpen u. Junghunde von Messika/SchäferIn (praktischer Ratgeber). In diesen Büchern wird genau beschrieben wie man z.B. die Futtermenge für einen Welpen berechnet oder was der Hund alles fressen darf oder auch nicht (z.B. Schokolode-giftig, rohes Schweinefleisch-Aujeszky-Virus) und vieles vieles mehr. Die Bücher sind mittlerweile sehr abgenutzt und liegen immer griffbereit bei uns auf der Fensterbank.

Abgeklärt welche Lieferanten für Fleisch usw. bei uns in der Nähe sind.
Wir beziehen unser Fleisch zum Teil gewolft oder im Stück u. vieles mehr unter anderem über OS-Barf in Belm oder bei der Arche Noah in Hasbergen. Unser Lieferant bietet zum einen Pakete mit nur einer Fleischsorte an, aber auch schon gemixte mit mehreren Bestandteilen von Fleisch (z.B. Maulfleisch, Knochen, Pansen, Schlund usw.) Das Fleisch wird tiefgekühlt in 400g Schalen mit nach Hause genommen. Dort dann sofort leicht angetaut und mit einem guten Fleischermesser und einer Küchenwaage in 4 x 100g. Portionen aufgeteilt und eingefroren. Viele schmackhafte Leckerli (z.B. getrocknete Ochsenkopfhaut, getr. Hühnerbrust, getr. Entenbrust usw.) kaufen wir bei Kirk & Temmeyer in Osnabrück. Rohkost und Obst beziehen wir vom Markt. Dort haben wir auch schon einiges an rohem Fleisch oder schöne fleischige Knochen frisch vom Landschlachter bekommen.

Wie bekommen wir das Gemüse in eine für den Hund verwertbare Konsistenz?
Wir benutzen für die Hundeküche eine Küchenmaschine sowie einen Pürierstab - damit das Gemüse und Obst so klein wie möglich püriert wird, zur besseren Verdauung des Hundes. Das so pürierte Gemüse füllen wir dann sofort in kleine Dosen mit Deckel portionsweise ab und bringen diese in der Kühltruhe unter. Zum portionieren eignet sich hier auch wunderbar der Eiswürfelbehälter von Tupper. Erst nur einzelne dann mehrere verträgliche Obstsorten püriert und eingefroren.

Als wir Ciba im Juni 2014 von ihrer Züchterin Anja Loos aus Siegen abholten war zu Hause bereits alles vorbereitet. Wir bekamen noch etliche Informationen bezüglich Futterpläne für Welpen mit. Was aber für Ciba und für uns mit am besten war, sie brauchte nicht mehr auf Rohfütterung umgestellt werden. Als wir Ciba abholten  wog sie 3700g. Mit der Tabelle von Swanie Simon haben wir die Gesamtfuttermenge für einen Welpen (8-24 Wochen) mit 6% vom Körpergewicht berechnet = 222g. Zu dem Zeitpunkt wurde sie noch 4x am Tag gefüttert. Dreimal davon mit Fleisch/Gemüse. Die Vierte war eine zusätzliche Milchmahlzeit (Buttermilch, Ziegenmilch, Hüttenkäse, Quark, Obst usw.) bis max. zur 16. Lebenswoche. Die Gesamtfuttermenge wurde dann unterteilt in tierische Erzeugnisse (80%= ca. 180g) und pflanzlichen Erzeugnissen (20%=ca. 45g). Da wir kein Getreide füttern wurden die pflanzlichen Bestandteile nochmals unterteilt in Gemüse (75%= ca. 34 g) und Obst (25%= ca. 11g). Bei den tierischen Erzeugnissen gibt es ebenfalls eine Unterteilung in Muskelfleisch durchwachsen (50%= ca. 90g), Pansen/Blättermagen (20%= ca. 36g), Innereien (15%= ca. 27g), Knochen (RFK-rohe, fleischige Knochen) u. Knorpel (15%= ca. 27g). Ergänzen mit tägl. wechselnden tierischen und pflanzlichen Ölen (z.B. Lachsöl, Hanföl, Dorschlebertran, Leinöl) damit die Vitamine besser aufgenommen werden können und gesunden Zusätzen wie z.B. Heilerde, Bierhefe, Grünlippmuschelmehl, Hagebutte, Spirulina, Seealgenmehl. Alle tierischen Öle + Hanföl sowie die gesunden Zusätze (außer Heilerde-Reformhaus) beziehen wir von Lunderland.

Ernährungsplan für den 1.Tag Zuhause:
07.00 Uhr 60g Fleisch + ca. 11g Gemüse (Karotte, Zuchini, Eisbergsalat) +1 paar Tropfen Lachsöl +1 kl. Messerspitze Heilerde
11.00 Uhr 50g Hüttenkäse +50ml Buttermilch +ca. 11g Birne u. Apfel
15.00 Uhr 60g Fleisch gemixt + ca. 11,5g. Pastinake u. Kürbis +ein paar Tropfen Lachsöl
20.00 Uhr 60g Fleisch gemixt + 12g Karotte, Eisberg, Pastinake +1-2 Tropfen Lachsöl
Alles wurde ratzeputz aufgefressen.
Nach der 16.Woche bis zum Ende des 6.Monat haben wir nur noch 3xtäglich gefüttert. Ab dem 7.Monat die Mahlzeiten auf nur noch 2xtäglich eingeschränkt. Die prozentuale Berechnung der Futtermenge langsam bis auf den heutigen Wert gesenkt.
Heute wiegt Ciba 10kg und wird jetzt zweimal täglich gefüttert (morgens und abends). Die Futtermenge berechnen wir mit 2,5% des Körpergewichtes nach dem Ernährungsplan von Swanie Simon = 250g Gesamtfutter-Menge. Somit nehmen wir jeden Abend 200g tierisches Gefrorenes (Fleisch u. Co.) und ca. 37,5g Pflanzliches aufgeteilt in 1/3 Möhren (Eiswürfelbehälter) und 2/3 Salat/Gemüse (Portionsdose) aus der Tiefkühltruhe. Zum auftauen verwenden wir den Siebservierer von Tupper. Die abgetropfte Flüssigkeit wird bei der morgendlichen Portion mit verfüttert. Öle abwechselnd jetzt jeweils 1TL pro Tag dazu sowie weiterhin 1MSP pro Tag wechselnder gesunder Zusätze. Obst wird bei uns nicht mehr eingefroren – da Ciba das so irgendwann mal nicht mehr gefressen hat. Bei den kleinen Mengen (max. 2TL am Tag) sind wir dann auf Obst fein püriert in Gläser umgestiegen (z.B. von dm Bio Apfel mit Heidelbeere 100% Frucht) und schon wurde wieder gerne Obst gefressen.

Das was Ciba jetzt gerne frisst (gewolft oder im Stück):

Rind: Pansen grün, Gabelknochen gerne auch mal im Stück, Muskelfleisch, Blättermagen, Lefzen–Maulfleisch, Schlundfleisch, Schlund, Luftröhre-Stross, Euter, Kehlkopf, Rindfleisch, Innereien, Stichfleisch, Rinderblut.
Im getrockneten Zustand - Rinderlunge, Rindernasenknorpel, Rinderohren. Große Rinderknochen werden nur kurz angeknabbert dann abgeleckt und im Garten vergraben.

Kalb: Fleisch, Innereien, Kalbsbrustbeinknochen

Kaninchen: ohne Fell – gewolft

Huhn/Pute: besonders gerne Huhn-Hals im Stück, Fleisch, Brust, Innereien, Huhn-Karkasse, Hühnerschenkel, Hühnerflügel

Lamm: Fleisch, Lammrippe, Lammbrustbeinknochen

Wild: Fleisch, Wildrippe

Fisch: Seelachs, Thunfisch aus der Dose (im eigenen Saft)

Ente: Herz, Hals, Karkasse, Brust, Fleisch

Strauß: Fleisch

Leckerli: Ziegengouda, getrocknete Rinderlunge, getreidefreie Leckerli, getrocknete Entenbrust

Zusätze: z.B. Heilerde usw. / ab und wann Salz (wenn kein Blut vorhanden ist)

Gemüse/Salat/Kräuter alles was im Barf-Ratgeber von Messika/Schäfer oder Swanie Simon aufgeführt wird. Wir wählen immer mehrere verschiedene grüne Salate oder Gemüse mit unterschiedlichen Nährwerten aus und verarbeiten diese dann wie oben oder in den Büchern beschrieben wird. So wechseln wir ca. alle 3-Wochen die pflanzlichen Komponenten in der Hundenahrung.

In den Ratgebern findet man  alles Wichtige genauestens erklärt.

Von den Milchmahlzeiten frisst sie jetzt nur noch die Ziegenmilch, Ziegengouda und den Hüttenkäse gerne den Rest leider nicht mehr.

1-2mal die Woche ein Eigelb (nicht mit Dorschlebertran oder Leber zusammen füttern da sonst Überversorgung mit Vitamin A.)

Fisch 1x die Woche, Innereien 1-2mal die Woche, Pansen u. Blättermagen öfter, 2-3mal die Woche Knochen im Stück (z.B. Gabelknochen, Kalbsbrustbeinknochen, Wildrippe).

Es ist kaum möglich eine komplett ausgewogene Ernährung täglich für den Hund zusammenzustellen. Braucht man auch nicht – die Ausgewogenheit liegt in der Abwechslung und Lebensmittelvielfalt und wird über einen längeren Zeitraum erreicht.

Wir haben für unseren Hund Ciba die richtige Ernährung gefunden. Sie frisst ihre jeweiligen Portionen in kürzester Zeit auf. Manchmal sieht es so aus als wenn sie das Fressen inhalieren würde.
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